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Median
Derzeit zeigen sich in nahezu allen Branchen die extremen Auswirkungen von Nachfrageschwankungen. Während die wirtschaftliche Gesamtentwicklung noch recht moderat sinkt, haben einzelne Unternehmen Auftragseinbußen von über 40 % bis zu 60 % zu verkraften.
Dieser Effekt ist bereits seit über 50 Jahren bekannt und doch haben die wenigsten Unternehmen ihre Strukturen auf derartige Schwankungen ausgerichtet. Dabei stehen den Unternehmen geeignete Methoden oder Instrumente zur Verfügung, um ihre Strukturen auf diese Schwankungen auszurichten und den sogenannten Bullwhip-Effekt zu minimieren.
Mit Median stellt die SDZ GmbH einen diesbezüglichen Methodenbausteinkasten zur Verfügung, um komplexe Unternehmensstrukturen in Simulationsmodellen abbilden zu können und so unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten für die Supply Chain analysieren und weiterentwickeln zu können.
Anwendungen
Die Anwendungsmöglichkeiten von Median umfassen die Analyse der kompletten Supply Chain, die dazu in einem Simulationsmodell abgebildet werden kann. Daneben können auch einzelne Aspekte oder Fragestellungen Gegenstand von Simulationsanalysen sein, wozu auch folgende Anwendungen von Median unterstützt werden:
- Entwicklung energieeffizienter Transportstrukturen / intermodale Transportketten
- Nachhaltige Optimierung von Distributionskonzepten
- Auswahl und Entwicklung von Logistikstandorten
- Service- und kostenoptimale Produktionsverbünde und Lieferketten
- Reduzierung von Beständen
- Bestandsoptimierung und Kooperationsmodelle (VMI, JIT/JIS)
- Steigerung von Servicevereinbarungen (SLA)
- Entwicklung von Regeln zur Tourenoptimierung
- Implementierung eines Frachtkosten-Controllings
Supply Chain Modelle
Die Grundlage der Abbildung sind sämtliche Waren- und Materialströme für den ausgewählten Supply Chain Bereich. Um später eine Optimierung der Strukturen und Prozesse durchführen zu können, werden zudem auch die Informationsflüsse in die Supply Chain Modelle integriert.
Diese setzen auf den Supply Chain Daten auf, welche u.a. folgende Aspekte umfassen: Supply Chain Anforderungen (z.B. Lieferscheine), Standort- (z.B. geografische Position) und Transportstrukturen (z.B. Fuhrpark) sowie Kostenkennzahlen (z.B. Frachtkostensätze). Diese Daten werden i.d.R. aus den existierenden IT-Systemen (z.B. SAP) der Unternehmen importiert und durch weitere Daten (z.B. GIS-Daten) ergänzt.
Wesentlicher Bestandteil der Abbildungen sind zudem die Supply Chain Prozesse, die folgende Aspekte beinhalten kann:
- Lagerorte je Artikel oder für Produktgruppen
- Lagerhaltungsstrategien (z.B. Reichweiten) je Artikel oder Produktgruppe
- Nachschubstrategien (Replenishment)
- Beschaffungsstrategien und Produktionsstrategien
- Logistikprozesse je Standort (z.B. Kommissionierung, Versand)
- Dispositionsstrategien (z.B. Sendungszusammenstellung)
- Transportstrategien, insbesondere die Tourenoptimierung
- Personaleinsatzkonzepte und Arbeitszeitmodelle
Median ermöglicht dazu die Abbildung unterschiedlicher Algorithmen, um sowohl existierende Prozesse (z.B. statische Reichweiten oder feste Nachschubmengen), die häufig noch dezentral oder funktional gesteuert werden, als auch ganzheitliche Prozesse (z.B. dynamische Reichweiten und bedarfsorientierte Nachschubmengen) mit einer bereichsübergreifenden Bestandsverantwortung nachbilden zu können. Die Abbildung der Supply Chain Prozesse erfolgt in jedem Fall individuell gemäß der jeweiligen Spezifikation. Für die Modellierung stellt Median unterschiedliche Module zur Verfügung. Nach dem Prinzip einer Modellfabrik können die jeweils benötigten Module ausgewählt, angepasst und zum Gesamtmodell zusammengefügt werden.
Szenarien
Ziel der Supply Chain Simulation ist die Entwicklung einer marktgetriebenen Organisation, die schnell und flexibel auf die schwankenden Anforderungen des Marktes reagieren kann. Dazu werden Szenarien definiert, die denkbare Entwicklungen der Anforderungen an die Supply Chain beschreiben. Dadurch kann die Belastbarkeit der entwickelten Maßnahmen für eine Optimierung der Supply Chain untersucht und bewertet werden, u.a. für folgende Aspekte:
- Prognosen und Forecast
- Lieferservice und Sicherheiten (Inventory, Reichweiten)
- Bestandsverantwortung (Ownership, Responsibility)
- Reaktionszeiten (Replenishment, Nachschub)
- Stufigkeit (Einstufige oder mehrstufige Modelle)
- Flexibilität (Standards, Exceptions)
- Kosten
- Definition der Prozesse (Push-/Pullprinzip)
- Standortstrukturen (mit parametrierbaren Standortprofilen)
- Transportstrukturen (eingeschränkt, frei optimierbar)
Ergebnisse & Erkenntnisse
Die Supply Chain Simulation stellt umfangreiche Ergebnisse zur Beurteilung der verschiedenen Simulationsläufe zur Verfügung.
Dabei handelt es sich um Kennzahlen zu den Waren- und Materialströmen, zur Standort- und Transportstruktur sowie zu den resultierenden Kosten. Die Kennzahlen können geclustert werden, so dass Aussagen zu einzelnen Artikeln / Produktgruppen, Distributionskanälen oder auch Zeitdauern / Perioden möglich sind. Durch Analyse und Interpretation der Ergebnisse können Erkenntnisse für die Effizienz der Supply Chain Optimierungsmaßnahmen generiert werden. Diese Transparenz ermöglicht eine Vorhersagbarkeit für den Erfolg oder Misserfolg von Änderungen der Supply Chain, ohne dass diese risikoreich am Markt getestet werden müssen.
Durch die Simulation sind dazu auch Aussagen zur dynamischen Belastbarkeit der Supply Chain möglich. Ein einmal erstelltes Modell kann zudem regelmäßig oder dauerhaft genutzt werden, um ständig die eigene Supply Chain zu benchmarken bzw. neue Business-cases zu analysieren. Gerade in der derzeitigen Situation können die Supply Chain Modelle enorme Unterstützung liefern, um auf die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise bestmöglich reagieren zu können.
Für die Zukunft sind Supply Chain Modelle unumgänglich, da weitere und regelmäßigere Marktschwankungen erwartet werden.


