Der 24. Februar 2022 markiert einen Wendepunkt in der Weltgeschichte, der auch eine Neuausrichtung der strategischen Planung von global agierenden Unternehmen zur Folge hat.

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine hat der Welt – und somit auch Vorständen und Management – aufgezeigt, wie risikobehaftet ein Engagement in autokratisch geführten Ländern ist. Die Folgen sind nicht nur Versorgungsengpässe und Produktionsausfälle in allen Industriebranchen. Über Nacht sind bestehende Beschaffungsquellen für Rohstoffe und Energie weggefallen, mussten intakte Produktionsstandorte aufgegeben werden.

Metallverarbeitung

Globale Wertschöpfungsketten krisensicher gestalten

  • Krisen haben Fragilität globaler Lieferketten aufgezeigt
  • Neue Risikobewertung für Investitionen notwendig
  • Rückverlagerung der Produktion kann Abhängigkeit reduzieren
  • Lieferfähigkeit wichtiger als Bestandssenkung
  • Beschaffungsstrategien auf Rohstoffknappheit ausrichten
  • Investitionssicherheit in Zeiten hoher Instabilität

 

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SDZ unterstützt die strategische Neuausrichtung von Lieferketten

Diese Entwicklungen führen nun zu einer Neubewertung von Risiken des Engagements in Ländern, in denen keine Rechtssicherheit gegeben ist. Unternehmen gestalten ihre Wertschöpfungsketten neu. Die Sicherheit von Investitionen wird sich gegenüber der Aussicht auf kurzfristige Profite verschieben. Dies hat Folgen für die Wahl von Standorten für Produktion und Logistik und führt zu einer Neugestaltung der Supply Chain, nicht nur von Schlüsseltechnologien. Eine Rückverlagerung der Produktion nach Europa wird für viele Unternehmen die Konsequenz sein.

 

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SDZ unterstützt Sie bei der Überprüfung und strategischen Neugestaltung der Supply Chain. Wir analysieren Krisenszenarien für Ihre Wertschöpfungsketten, bewerten Ihre Lieferketten von der Beschaffung bis zur Distribution und gestalten eine resiliente Supply Chain für Ihr Unternehmen. Wir denken strategisch und verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Wir machen die Komplexität Ihres Geschäftsmodells transparent und zeigen Ihnen bestehende Risiken und Abhängigkeiten auf. Wir bieten Ihnen Stabilität für Ihr Business und damit Sicherheit für Ihre Investitionen.

Für Verantwortliche ist jetzt die Zeit zum Handeln. Ziehen Sie frühzeitig die offensichtlichen Konsequenzen für Ihr Unternehmen und treffen Sie weitreichende Entscheidungen. Unsere Simulationskompetenz gibt Ihnen die Sicherheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Ihr persönlichen Ansprechpartner:

Mathias Bös

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E-Mail: m.boes@sdz.de

Stabilisierung von Lieferketten durch Rückverlagerung der Produktion

Während sich die ersten Reaktionen der Wirtschaft auf das Engagement der Unternehmen in Russland und der Ukraine fokussiert haben, geht es im Folgenden nun um eine Neubewertung der gesamten Supply Chain. Welche Auswirkungen auf die internen Wertschöpfungsketten haben mögliche Sanktionen in anderen autokratisch geführten Ländern? Wie gefährdet sind die eigenen Lieferketten und Investitionen? Welche Alternativen gibt es? Ist Rückverlagerung der Produktion eine sinnvolle Option?

Überlagert wird die Neubewertung der strategischen Unternehmensplanung durch die Folgen der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Zum zweiten Mal innerhalb von 2 Jahren werden die Lieferketten gestört. Im Gegensatz zu den Covid-bedingten Störungen der globalen Lieferketten werden die neuerlichen Störungen längerfristig sein. Die Lieferwege von – aber auch durch – Russland sind für längere Zeit blockiert. Transportkosten steigen bzw. verharren auf hohem Niveau.

Die Covid-Pandemie und der Ukraine-Krieg haben aufgezeigt, wie sensibel die Wertschöpfungs- und Lieferketten in Europa auf Störeinflüsse reagieren. Hinzu kommen weitere Störungen aufgrund von Umwelteinflüssen, politischen Entscheidungen und der Infrastruktur, die jede für sich seit Jahren den globalen Warentransport beeinflussen. Und zuletzt kommen weiter ansteigende rechtliche Vorgaben wie die Novelle des Lieferkettengesetzes (Sorgfaltspflichtengesetz, dass im Sommer 2021 verkündet wurde).

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Jetzt ist die Zeit, um globale Wertschöpfungsketten neu zu gestalten

SDZ unterstützt bei der strategischen Unternehmensplanung und der Neugestaltung der Supply Chain. Wir ermöglichen es Ihnen, Krisenszenarien ‚durchzuspielen‘. Wir analysieren Ihre weltweiten Warenströme und Supply Networks, zeigen Ihnen problematische Abhängigkeiten auf und entwickeln Strategien, wie Sie Ihre globalen Wertschöpfungsketten resilienter gegenüber Störeinflüssen gestalten können.

In der letzten Dekade haben Unternehmen in exportorientierten Ländern wie Deutschland global verkette Wertschöpfungsketten mit einer hohen Arbeitsteilung aufgebaut. Die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten wurden häufig höher gewichtet als Risiken der Instabilität der resultierenden Wertschöpfungsketten. Dieses Geschäftsmodell hat zwar nicht ausgedient, muss aber neu justiert werden. Wir analysieren für Sie kritische Business-Cases, ermitteln die Verletzlichkeit Ihrer Supply Chain und identifizieren unternehmensrelevante Glieder Ihrer Wertschöpfungsketten.

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SDZ prüft die Auswirkungen einer Rückverlagerung der Produktion

Wir unterstützen Sie bei der Neugestaltung Ihrer künftigen Unternehmensstrategie. Hierzu gilt es auch, eine kostengünstige Produktion in möglicherweise instabilen Regionen gegenüber einer stärker regional, jedoch nicht kostenoptimalen Produktion abzuwägen. Die Fragilität einer Just-in-Time-Lieferung durch eine höhere, jedoch kapitalbindende Lagerhaltung abzufedern. Sich gegenüber Krisen und problematischen Abhängigkeiten durch eine Diversifizierung von Bezugsquellen abzusichern, auch wenn die Versorgungssicherheit durch höhere Kosten erkauft werden muss. Hier gilt es, Chancen und Risiken einzuschätzen.

Kurzfristig helfen zwar höhere Lagerbestände, um die Wertschöpfungsketten zu stabilisieren und die Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten. Dies ist jedoch weder die wirtschaftlichste noch eine nachhaltige Strategie. Neben den Lagerkosten bestehen weiterhin lange Transportwege, und dass bei steigenden Transportkosten. Daher muss bereits jetzt eine Strategie entwickelt werden, auch zukünftig die Lieferfähigkeit zu sichern und gleichzeitig ein wirtschaftliche Wertschöpfung zu erreichen. Eine mögliche Rückverlagerung der Produktion nach Europa bzw. in rechtssichere Regionen ist dabei eine zu prüfende Option.

Herausforderungen für die Rückverlagerung der Produktion nach Europa

Eine Rückverlagerung der Produktion verkürzt die Transportwege. Neben der Zeiteinsparung spart dies auch Kosten. Sie führt zu einer Sicherung der Transportwege, die weniger störanfällig und risikobehaftet wären (z.B. durch Vermeidung von Piraterie (wie am Horn von Afrika), Havarien (wie im Suezkanal) oder politischer Beschlagnahmung (wie in der Straße von Hormus)). Die kürzeren Transportwege beschleunigen die Nachschubzeiten und stabilisieren die Lieferketten. Wir simulieren Ihre Warenströme, um für Sie ein optimales Setup für Ihr zukünftiges Supply Netzwerk zu ermitteln.

Die Rückverlagerung in Länder mit höherem Lohnniveau ist jedoch aus wirtschaftlicher Sicht herausfordernd. Denn um weiter wettbewerbsfähig zu sein, muss die Produktion stärker automatisiert und digitalisiert werden. Vielen Unternehmen fehlt dafür heute noch das notwendige Know-how. Das SDZ ist hingegen erfahren bei dieser Aufgabe. Wir prüfen Möglichkeiten der Automatisierung und Digitalisierung und entwickeln erstklassige Lösungen für diese Vorgabe.

Neben der Technik stehen rückverlagernden Unternehmen jedoch noch viele Optionen offen, die sinnvoll genutzt werden können. Weder Lohnniveau noch Infrastruktur sind in Europa einheitlich, die Qualifikation des Personals ist unterschiedlich und staatliche Hilfen und Förderprogramme sind ebenfalls regional unterschiedlich ausgeprägt. Hier gilt es, alle Optionen zu prüfen und das optimale Setup für eine Rückverlagerung der Produktion zu finden. Wir verfügen über ein breites Netzwerk in Europa und den angrenzenden Wirtschaftsräumen, so dass Ihnen auch diese Optionen offenstehen.

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Supply Chain Simulation bietet Sicherheit für Ihre Investitionsentscheidung

Für die Neugestaltung Ihrer Supply Chain und eine möglichen Rückverlagerung von Standorten stellen sich viele Fragen, die wir mittels einer Supply Chain Simulation beantworten. All diese Fragen beginnen mit der Beschreibung von einzelnen Szenarien: Was-wäre-wenn…? Diese Szenarien beziehen sich auf Ihre Beschaffungsquellen, auf die Transportwege oder auf die Produktions- und Logistikstandorte.

Die Supply Chain Simulation zeigt Ihnen die Stabilität Ihrer Wertschöpfungsketten in Bezug auf mögliche Risiken auf. Sie zeigt auf, wie lange Sie bei Störungen der Lieferkette Ihre Lieferfähigkeit aufrechterhalten können. Sie bewertet eine Verlagerung der Beschaffung oder Produktion in Länder mit höherer Stabilität und Rechtssicherheit. Die Simulation zeigt die Abhängigkeit Ihrer Supply Chain von Ihren Beschaffungsquellen auf.

Eine solche Simulation können Sie künftig zudem regelmäßig zur Analyse Ihrer Supply Chain nutzen. Wir können die Simulation dazu als digitalen Zwilling bei Ihnen implementieren. Wie das geht? Das erläutern wir Ihnen gerne persönlich!

 

In Kürze zusammengefasst - FAQ Rückverlagerung der Produktion

Für welche Branchen kommt eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland in Frage?

Grundsätzlich zielt die Rückverlagerung der Produktion darauf ab, die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Wie die Covid-Pandemie und der Ukraine-Krieg gezeigt haben, umfasst das zuvorderst die Bereiche Energieversorgung und Lebensmittel.

Aber auch Schlüsseltechnologien für die Industrie kommen für eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland in Frage. Hierzu zählen die Batterieproduktion, die Produktion von Halbleitern oder die Produktion von Grünem Stahl.

Generell sollte aber jedes Unternehmen, welches in global gestaltete Wertschöpfungsketten integriert ist (sei es über seine Beschaffungsquellen oder seine Absatzmärkte) eine Bewertung seiner Lieferketten vornehmen und über deren Neuausrichtung nachdenken. Dies kann auch eine Rückverlagerung (Nearshoring) der Produktion nach Europa oder angrenzende Regionen mit guter Transportanbindung nach Europa beinhalten.

 

Führen die Sanktionen gegen Russland zum Ende des europäischen Wirtschafsmodells?

Die Sanktionen zeigen auf, wie stark die Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft vom internationalen Handel sind. In der Covid-Pandemie wurde offenbar, welche Auswirkungen die Störung der Lieferketten auf die Versorgungssicherheit hatte. Die Sanktionen in Folge des Ukraine-Kriegs gefährden hingegen das deutsche bzw. europäische Wirtschaftsmodell, dass auf der beständigen Verfügbarkeit günstiger Rohstoffe und billiger Energie basiert.

Insbesondere die Abhängigkeit von russischem Öl und Erdgas bedroht nun die deutsche Industrie über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die Chemieindustrie, die am Anfang vieler Wertschöpfungsketten steht, beansprucht fast 30 Prozent des Endenergieverbrauchs der Industrie. Auch ohne ein Gas-Embargo oder einen Lieferstopp bedrohen die hohen Gaspreise die Chemieindustrie in Deutschland. Die Wirtschaft wird Wege finden, einen Ausfall deutscher Produzenten mittelfristig auf dem Weltmarkt zu substituieren. Doch damit verlieren diese Industrien dauerhaft einen Teil ihrer Arbeitsplätze. Gerade die chemische Industrie ist in Deutschland noch sehr mittelständig geprägt, über ein Drittel der Mitarbeitenden ist in dieser Branche bei mittelständigen Unternehmen beschäftigt.

Daher müssen die bestehenden Abhängigkeiten schnell gelöst werden, durch den Staat ebenso wie durch die Wirtschaft selbst. Diese Loslösung erfordert Innovationskraft und muss mittel- und langfristig orientiert sein. Sie muss darauf abzielen, nicht neue Abhängigkeiten zu schaffen. Bei Energie bedeutet dies, fossile Rohstoffe durch regenerative Energien zu substituieren. Bei Rohstoffen muss der Einsatz alternativer bzw. neuer Materialien erreicht werden, Recycling-Möglichkeiten müssen ausgeweitet werden. In jeden Fall werden Wertschöpfungsketten neu entwickelt werden.

 

Welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auf den Transportsektor?

Viele Fahrer von osteuropäischen Transportunternehmen und Speditionen kommen aus der Ukraine. Laut Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) sind mindestens 7% aller in Deutschland eingesetzten LKW-Fahrer aus der Ukraine. Die Branche geht jedoch von sehr viel höheren Zahlen aus, da viele Fahrer nicht bei deutschen Speditionen angestellt sind, sondern für osteuropäische Speditionsunternehmen fahren. Angesichts des bereits vor dem Ukraine-Krieg hohen Fahrermangels von über 60.000 LKW-Fahrern verschärft dies die Situation im deutschen Transportgewerbe zusätzlich.